Myom-Zentrum

Klinik für Gynäkologie

Myome - viele Fragen

Myome sind gutartige Geschwülste in der Muskelschicht der Gebärmutter. Myome bleiben oft unbemerkt, da sie häufig keine Beschwerden verursachen, obwohl sie zu den häufigsten gutartigen Tumoren der Frau gehören. Bei jeder vierten betroffenen Frau treten – je nach Größe, Anzahl und Lage der Myome – verschiedene Symptome auf, wie z. B. Schmerzen bei der Regelblutung, Blutungsstörungen, Schmerzen im Unterbauch oder Druck auf Blase oder Darm. Myome können auch eine Schwangerschaft verhindern oder zu Fehlgeburten führen. Dann müssen sie behandelt werden. Dabei ist es wichtig, für jede Patientin ein individuelles Therapiekonzept zu erstellen. 

Welche Beschwerden können Myome verursachen?

Bei verstärkter Regelblutung kann eine Blutarmut (Anämie) auftreten. Im Vordergrund stehen dann Müdigkeit und Erschöpfung. Häufig werden Myome zunächst als Ursache nicht für die Anämie erkannt.
Da die Beschwerden eher unspezifisch sind, nehmen viele Myom-Patientinnen erst spät Hilfe in Anspruch. Dabei leiden sie unter deutlichen Einschränkungen im Alltag, Privatleben und am Arbeitsplatz.

Beeinträchtigen Myome die Fruchtbarkeit?

Große Myome in der Muskelschicht der Uteruswand können den Eitransport durch den Eileiter und die Einnistung behindern. Das Risiko, nicht schwanger zu werden, besteht, wenn die Myome in die Gebärmutterhöhle hineinragen.
Subseröse Myome, die sich an der Außenseite der Gebärmutterwand befinden, haben den geringsten Einfluss auf die Fruchtbarkeit. Auch sie werden in Einzelfällen vor einer Schwangerschaft entfernt. Dies hängt von den Beschwerden und der Größe ab.

Myome – welche Untersuchungen?

Sonographie
Der Ultraschall stellt die wichtigste Untersuchung zur Beurteilung von Uterusmyomen dar. In den meisten Fällen ist die Lokalisation und Ausmessung der Myome möglich. Neben der direkten Darstellung und Messung ist es in den meisten Fällen auch möglich, die Größe von Myomen zu bestimmen. In Einzelfällen ist jedoch die Darstellung erschwert. Gerade bei mehreren Myomen können diese zum Teil übersehen werden und das Ausmaß der Erkrankung wird unterschätzt.

Magnetresonanztomographie (MRT)

Das MRT des Beckens sollte immer dann ergänzend eingesetzt werden, um sonographische unzureichende Befunde abzuklären. Im MRT sind auch kleinere Myome gut zu lokalisieren und es lässt sich ein genauer Überblick über die Anzahl von Myomen gewinnen. Wichtig kann dies insbesondere vor Myom-Operationen sein.

Müssen Myome behandelt werden?

Ob sich eine Notwendigkeit für eine Therapie ergibt richtet sich nach den Symptomen. Neben Schmerzen sind verstärkte Blutungen der häufigste Grund Myome zu therapieren. Geht es dagegen darum, dass Myome den Kinderwunsch unerfüllt lassen, sollten intramurale Myome ab einer Größe von 3 bis 4 cm operativ entfernt werden.

Welche Behandlungsmethoden bestehen?

Die Medizin macht ständige Fortschritte. So hat sich auch die Behandlung von Myomen in den vergangenen Jahren verändert und neue Therapieoptionen sind hinzugekommen. Ob und für wen diese in Frage kommen – besonders bei unerfülltem Kinderwunsch – muss individuell entschieden werden.

Medikamentöse Behandlung: 
Myome gehen durch eine medikamentöse Behandlung nicht weg. Eine Linderung der Beschwerden ist jedoch möglich, z. B. durch die gezielte Gabe von Hormonen. Bei bestehendem Kinderwunsch kommt dies jedoch nicht in Frage.
 
Radiofrequenzablation (Sonata®)

Bei diesem Verfahren wird das Myom unter Narkose mit Ultraschall aufgesucht und eine Sonde in das Myom eingeführt, über die Energie direkt in das Myom abgegeben wird. Diese Energie, direkt im Myom, bringt es zum Schrumpfen. Durch die punktuelle Erhitzung des Myom-Gewebes können Myome gezielt behandelt und verkleinert werden, ohne das umliegende Gewebe zu schädigen. Da der Eingriff vollständig durch die Scheide erfolgt, bleiben keine Narben auf der Haut zurück. Mit Hilfe eines intrauterinen (in der Gebärmutter befindlichen) Ultraschalls werden die einzelnen Myome lokalisiert und gezielt angesteuert. Die Myome schrumpfen und die Beschwerden lassen nach. Die Gebärmutter und die Möglichkeit einer späteren Schwangerschaft bleiben erhalten. Ob die Sonata-Methode in Frage kommt, kann durch eine transvaginale Ultraschalluntersuchung in der Myom-Sprechstunde festgestellt werden.

Operation
Die Entfernung von Myomen über eine Operation ist seit langem eine etablierte Therapie. Wie sie durchgeführt wird, sind hängt von verschiedenen Faktoren ab, die im Einzelfall an Hand der Ultraschall und ggf. MRT Bilder festzulegen ist.
Je nach Lage und Größe der Myome kann die Operation erfolgen durch:
eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie)
eine Bauchspiegelung (Laparoskopie)
eine offene Operation
In der Sprechstunde des Myom-Zentrums kann geklärt werden, welches Vorgehen im individuellen Fall geeignet ist.

Andere Therapieverfahren
Mit der Embolisation von Myom-Gefäßen und dem hoch intensivierten fokussierten Ultraschall bestehen weitere Therapiemaßnahmen, mit denen die Durchblutung des Myoms oder durch Hitze-Anwendung eine Schrumpfung eines einzelnen Myoms erzielt werden kann. Diese Verfahren sind jedoch speziellen Indikationen vorbehalten und kommen für Frauen mit Kinderwunsch in der Regel nicht infrage.

Myom-Sprechstunde

In unserer Myom-Sprechstunde gehen wir gezielt auf die Probleme von Patientinnen mit Uterusmyomen ein. Gemeinsam mit Ihnen finden wir einen Zeitpunkt, an dem wir Ihre Beschwerden lindern können.
 
Myom-Sprechstunde
Dienstags 14.00 - 16.00 Uhr
Mittwochs 13.00 - 16.00 Uhr
 
Ihre Ansprechpartner im Myom-Zentrum sind
Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Dirk M. Forner
Oberärztin Dr. Elisabeth Bürger Navarra